Harburg, 16.01.2016, von Sebastian Birzele

Brandeinsatz in Harburg

Anders als erwartet endete in diesem Jahr die Jahresabschlussfeier für die Helfer unseres Ortsverbands. Noch bevor alle Helferinnen und Helfer nach Hause gehen konnten wurde der Fachberater unseres Ortsverbands zu einem Brand nach Harburg alarmiert.

Neben dem Fachberater aus Donauwörth wurde ebenfalls das Baufachberaterteam aus Neuburg alarmiert. Auf Grund des tragischen Ausgangs des Brandes mit einer toten Person musste die Kriminalpolizei umfangreiche Ermittlungsarbeiten in dem Gebäude durchführen. Da die Decken des Gebäudes durch den Brand und das Löschwasser stark im Mitleidenschaft gezogen wurden, war relativ schnell klar, dass hier zuerst Abstützarbeiten ausgeführt werden müssen.

Vor Ort angekommen hatten viele Helferinnen und Helfer ein Déjà-vu im doppelten Sinne: Zum Einen hatte der Ortsverband zwei Wochen zuvor bereits einen ähnlichen Brandeinsatz in Münster. Zum Anderen kam es bereits vor 5 Jahren, nur 200 Meter entfernt, ebenfalls zu einem Hausbrand, bei dem Abstützarbeiten durchgeführt werden mussten. 

In Vergleich zu diesen beiden Einsätzen lag der Fokus jedoch nicht auf der Stabilisierung der Außenwände des Gebäudes, sondern in der Sicherung der Decken innerhalb des Gebäudes. Da es sich hierbei um sogenannte "Fehlböden" handelte, war dies nicht einfach. Bei dieser Bauart sind die Decken zur Isolation mit unterschiedlichen Materialien wie Stroh und Lehm gefüllt. Dieses Material hat sich mit dem Löschwasser vollgesaugt. Um hier eine Entlastung zu ermöglichen wurden zuerst Drainagen gebohrt um einen Abfluss des Wassers zu ermöglichen.

Anschließend wurden Teile der Decken entfernt um die eigentlichen Abstützmaßnahmen durchführen zu können. Hierzu wurden über alle Stockwerke in dem Haus Aussteifungen aus Holz, Baustützen und dem Einsatz-Gerüst-System des THW eingezogen. Hierzu arbeiteten sich die Helfer Stock für Stock langsam nach oben. Nachdem ein Stockwerk gesichert wurde, fand jeweils eine Abnahme durch den Baufachberater statt und die Arbeiten konnten weiter nach oben verlagert werden. Diese Arbeiten dauerten auf Grund von immer wieder aufglimmenden Glutnestern und Nachlöscharbeiten über 8h an.

Bei Tagesanbruch konnte die Einsatzstelle dann schließlich gesichert und an die Kriminalpolizei für die weiteren Ermittlungsarbeiten übergeben werden.

Insgesamt waren 31 THW-Helferinnen und Helfer aus drei Ortsverbänden im Einsatz:

  • OV Donauwörth (Abstützarbeiten)
  • OV Neuburg an der Donau (Baufachberater + Materialtransport)
  • OV Nördlingen (Materialtransport)

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